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Stand: 14.06.2016

Pressemitteilung

Es knallt und schallt im Regenwald

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(Leimersheim, 29. Juli 2016) Affen schwingen sich an Blattwerk entlang, Giraffen recken ihre Hälse durchs Dickicht, Tiger spitzeln hinter Bäumen hervor - und das alles mitten in Leimersheim auf dem Gelände des Kulturkreises. 168 Kinder hat es bei der Ortsranderholung des Caritas-Zentrums Germersheim in den Dschungel verschlagen. Unter dem Motto „Es knallt und schallt im Regenwald“ erleben sie zwei Wochen lang Abenteuer.

„Wir geben uns jedes Jahr ein eigenes Thema“, informiert die hauptamtliche Mitarbeiterin Stefanie Horländer, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Michael Manz die Fäden in der Hand hält. Entsprechend werden Gruppennamen und Aktionen ausgewählt. „Wir finden es toll festzustellen, dass unsere Betreuer viel bessere Ideen haben, als wir“, verrät Horländer.

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Auf das Helferteam kann sich der Führungsstab verlassen. Die 30 jungen Frauen und Männer zwischen 16 und 30 Jahren packen mit an während der zwei Ferienwochen in der Caritas-Ortsranderholung (CORE). „Die Hälfte hat schon Erfahrung, die andere Hälfte ist neu dabei“, lässt Dana Pezold wissen. Sie gehört dem Leitungsteam an und ist selbst erfahrene CORE-Teilnehmerin. „Mittlerweile bin ich im elften Jahr dabei“, plaudert die 26-Jährige aus dem Nähkästchen. „Als Kind habe ich schon gesagt, dass ich gerne Betreuerin werden möchte.“ Genau das genießt Pezold nun. „Mit gefällt es, wenn ich die Kinder lachen sehe und wenn sie sich über Kleinigkeiten freuen“, betont sie.

Die Teilnehmer sind zwischen sechs und 13 Jahren alt. In diesem Jahr sind es besonders viele. „Die Zahl schwankt von Jahr zu Jahr, aber diesmal sind es deutlich mehr Kinder als im Durchschnitt. Meist sind es um die 120, dieses Jahr sind es sogar 168“, merkt Pezold an. „Wir haben die Kinder in Gruppen eingeteilt“, erklärt Benjamin Platz. Die Jüngsten seien gemischt, die Älteren würden nicht nur nach Altersklassen, sondern auch nach Geschlechtern getrennt. „Das macht es einfacher, Aktionen auszuwählen, an denen alle Spaß haben“, merkt Platz an.

Auf einen großen Fundus an Material zum Basteln, Spielen und Sporteln können die Ausrichter der CORE zurückgreifen. „Die Betreuer decken mit ihren Angeboten den Vormittag ab. Nach dem Mittagessen gibt's Freispielzeit“, berichtet Platz. Die dürfen die Kinder selbst bestimmen. Es gibt Wasser- und Ballspiele, eine Hüpfburg, ein Tipi mit Sandkasten, jede Menge Gesellschaftsspiele und etliches für Kreativeinheiten.

Dafür haben sich an einem Tag Maya und Lynn entschieden. Die zehnjährigen Mädchen flechten fleißig bunte Fäden ineinander. „Das mögen wir“, sagt Lynn und ergänzt, während sie ihr bereits gut geschmücktes Handgelenk in die Höhe reckt: „Das werden Freundschaftsarmbänder.“ Maya geht gerne zur Ortsranderholung, zum einen wegen der netten Betreuer, zum anderen wegen der Abwechslung. „Wir haben hier viel Spaß, weil es eine große Auswahl an Aktionen gibt und weil hier viel Platz ist“, hebt sie hervor. In der Tat: Nicht nur die Halle ist räumlich großzügig. Auch das Freigelände, das unmittelbar an einen Sportplatz grenzt, bietet viel Raum.

Wie reich die Fantasie der Kleinen ist, haben die Betreuer schnell festgestellt. „Die Kork-Boote sind angesagt“, hat Horländer beobachtet. Aus Korken verschiedener Art und Größe sind in der Tat beachtliche Kunstwerke entstanden, vom großen Flaggschiff bis zum Paddelfloß. Dem elfjährigen Levi hat die Bastelei besonders gefallen, auch, dass er selbst entscheiden konnte, was er aus den Korken macht. Er ist zum dritten Mal dabei und ist in diesem Jahr erstmals auf den gleichaltrigen Julius gestoßen, der die gleiche CORE-Erfahrung hat. „Ich finde es gut, dass es die Freizeit gibt“, erklärt er, „sonst müssten sich unsere Eltern extra frei nehmen, um zu  Hause zu bleiben.“ Die Zeit der Erwachsenen ist aufgrund ihres Berufes beschränkt, das weiß Julius.

Die Sprösslinge halten sich nicht nur auf dem Gelände auf. Manchmal gibt's auch Ausflüge. „Wir haben einen Schwimmbadtag eingelegt“, nennt Platz ein Beispiel - ein Abenteuer mit 168 Kindern. In der laufenden Woche ist eine Übernachtung in der CORE geplant, eine Nachtwanderung inklusive. Für die Verpflegung ist an allen Tagen bestens gesorgt, lässt Sebastian Rahn wissen, der nach einem Jahr als Betreuer nun - als 18-Jähriger - schon ins Leitungsteam aufgestiegen ist: „Die ganze Organisation mit zu bekommen macht Spaß.“

Zum Betreuerteam gehört auch Mourhaf. Der 17-Jährige ist vor neun Monaten aus Syrien in den Kreis Germersheim gekommen und hat sich freiwillig zum Helfen gemeldet. „Ich spüle Geschirr, trockne ab und gebe das Essen aus“, nennt Mourhaf einige seiner Tätigkeiten. Er genießt die Zeit in der Gemeinschaft und merkt an: „Es freut mich, dass ich helfen kann. Es macht Spaß mit den Kindern zusammen zu sein.“

So bunt gemischt wie das Betreuerteam, ist auch die Teilnehmerschar, freuen sich die Caritas-Mitarbeiter: „Wir sind eine integrative Freizeit.“  

 

    Text und Bilder: Caritasverband für die Diözese Speyer / Susanne Kühner


 

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