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Stand: 14.06.2016

Pressemitteilung

Caritas-MitarbeiterInnen und SoldatInnen beten gemeinsam

Soldatenwallfahrt ScheckübergabeOberstabsfeldwebel Jürgen Mießeler (2. von rechts) überreichte mit dem Soldaten Hess (rechts) am Ende des Gottesdienstes die Truppenspende an Joachim Mergen (Mitte).(Die Spende der SoldatInnen wird der Caritas-Ortsranderholung zugute kommen. Christine Lampert, Referentin des Caritasverbandes für die Diözese Speyer (2. von links) überbrachte Grüße vom Caritasvorsitzenden Karl-Ludwig Hundemer. Pastoralreferent Matthias Orth (links) leitete die Feier.Hubert Mathes / Caritasverband für die Diözese Speyer

Zum zehnten Mal waren Bundeswehr-Angehörige vom Standort Germersheim am 22. August zu einer Soldatenwallfahrt nach Herxheim eingeladen. Am frühen Morgen begrüßte Militärseelsorger Matthias Orth an einem großen Feldkreuz am Rande des Geländes der Germersheimer Südpfalzkaserne die Wallfahrer. Zu den rund 70 Soldatinnen und Soldaten sowie weiteren Zivilangestellten hatten sich neun Caritas-Mitarbeitende dazugesellt.

In jedem Jahr, so Pastoralreferent Orth vom Katholischen Militärpfarramt Bruchsal, geht es bei der Wallfahrt auch darum, eine soziale oder karitative Initiative kennen zu lernen. Für die jeweilige Organisation sammeln die Soldaten unter ihren Kameraden dann Geld und überreichen es als Spende. "Für unsere Jubiläums-Wallfahrt haben wir uns einen Jubilar ausgesucht." Denn das Caritas-Zentrum Germersheim feierte im Frühjahr sein 50-Jähriges bestehen. "Als ich zu meinen Mitarbeitern mit der Info kam, dass wir zur Soldatenwallfahrt eingeladen sind, machten die erstmal große Augen", erzählt Zentrumsleiter Joachim Mergen. "Caritas und Bundeswehr - das sind doch völlig verschiedene Welten." Aber ganz so ist es nicht: Christine Lampert, die aus der Speyerer Caritas-Zentrale dazu gestoßen war und vom Caritasvorsitzenden Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer Grüße überbrachte, fand eine große Gemeinsamkeit. "Die Bundeswehr hat den Slogan ,Wir. Dienen. Deutschland‘. Auch wir von der Caritas dienen, nämlich Menschen in Nöten." Das könne die Bundeswehr auch von ihren Friedenseinsätzen in Not- und Krisengebieten behaupten.

Mit der Andacht in der Kaserne begann die Wallfahrt. Jeder Wallfahrer erhielt ein gesegnetes Kreuz, das im Therapiezentrum Germersheim eigens gefertigt worden war. Der 13 Kilometer lange Marsch durch Feld und Wald wurde von mehreren Stationen unterbrochen, zunächst, um bei den sommerlichen Temperaturen Imbiss und Getränke zu erhalten. Dann aber vor allem, um gemeinsam zu singen und zu beten. "Denn das ist der Sinn einer Wallfahrt", wie Militärseelsorger Orth den Soldaten mit auf den Weg gab, "man geht langsam und bewusst, singend, ohne Eile, aber beständig auf ein Ziel zu." Das hieß auch in diesem Jahr wieder "Schönstattzentrum Marienpfalz". Zuvor aber gestalteten die Vertreter der Caritas die Stationen mit. Die Wallfahrt trug als Titel "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" und griff damit das Caritas-Jahresthema auf. Zentrumsleiter Joachim Mergen nannte bei den kurzen Andachten Zahlen und Fakten zur Wohnraumnot in Deutschland. Etwa, dass nicht nur bezahlbarer Wohnraum für einkommensschwache Menschen mehr und mehr Mangelware sind, sondern auch, dass zu wenige altersgerechte Wohnungen geschaffen werden. Das Problem sei lange bekannt, doch bisher hätten es die Bundesregierungen versäumt, entgegen zu wirken. Stattdessen seien sozialgerechte Wohnungen reduziert worden oder so umgestaltet worden, dass sie nun mehr Profit abwerfen und so für die ursprüngliche Zielgruppe nicht mehr bereit stehen.

Unterwegs wurden die neun Caritas-Leute und ihre jeweiligen Aufgaben-Bereiche den Soldaten näher vorgestellt - vom Kinderschutzdienst über die Integrationsberatung bis hin zu Ehe-, Erziehungs- und Lebensberatung (EEL). Daraus ergaben sich viele Anknüpfungspunkte für intensive Gespräche. Sabine Weber und Annett Zelder, die für die Caritas in Germersheim in der EEL tätig sind, haben zum Beispiel erfahren, dass es bei der Bundeswehr keine Paar-Beratungen gibt für Heimkehrer, also dann, wenn ein Partner aus einem Auslandseinsatz zurückkehrt und sich im Familienalltag wieder einfinden muss. "Die Notwendigkeit für solche Beratungen wird gesehen", sagt Zelder. Die Bundeswehr scheine ein sehr sozialer Arbeitgeber zu sein. "Vielleicht ergeben sich hier Kooperationsmöglichkeiten mit der Caritas", hofft Weber.

Im Bilden von Netzwerken und Kooperationen sieht auch Caritas-Zentrumsleiter Joachim Mergen die große Chance dieser Wallfahrt. "Beim Laufen und beim Essen kommt man miteinander ins Gespräch", bringt es Mergen auf den Punkt. Und er sagt es gebe auch bereits Anlässe für weitere Berührungspunkte. Dieses Mal waren die Truppenpsychologin und die Vertreterin des Bundeswehr-Sozialdienstes ebenso gefragte Gesprächspartnerinnen wie Oberstleutnant Martin Hess. Der Kommandeur der Südpfalz-Kaserne - er stammt aus der Südpfalz - war die gesamte Wallfahrt mit dabei und zeigte sich als begeisterter Pilger.

Im Schönstattzentrum Marienpfalz angekommen, wurde der Schatten unter den dortigen großen Bäumen begeistert begrüßt. Soldaten wie Caritasleute wurden mit einem Mittagessen aus der Truppenkantine verpflegt. Ans Essen schloss sich der gemeinsame Abschlussgottesdienst im Freien an. Pastoralreferent Matthias Orth leitete die Feier gemeinsam mit dem Leitenden Militärdekan Armin Wagner, der aus München extra zur Jubiläumswallfahrt angereist war. Wagner weitete in seiner Predigt das politische Thema Wohnungsnot hin zu einem spirituell-persönlichen Gedanken: Wie es gelte, Wohnraum und Heimat für Menschen zu schaffen, so sei es auch nötig, selbst ein "heimatlicher Mensch" zu werden. "Ab und zu muss ich einfach mal mit und bei mir selbst zu Hause sein." Nur wer das könne, der schaffe es auch, offen zu sein für andere, gastfreundlich und tolerant. "Dazu gehört auch, den Mitmenschen freundlich zu begegnen, mit einem offenen Gesicht, und stets bereit zu sein, ihnen zuzuhören." 

Oberstabsfeldwebel Jürgen Mießeler überreichte am Ende des Gottesdienstes die Truppenspende an Joachim Mergen. Die 380 Euro, so der Caritas-Mann, sollen im nächsten Jahr der Ortsranderholung des Germersheimer Caritas-Zentrums zugute kommen, unter anderem, um auch finanzschwachen Familien eine Teilnahme zu ermöglichen.

Text und Fotos: Hubert Mathes, Kirchenzeitung "Der Pilger", für den Caritasverband für die Diözese Speyer.

Bildunterschrift: Oberstabsfeldwebel Jürgen Mießeler (2. von rechts) überreichte mit dem Soldaten Hess (rechts) am Ende des Gottesdienstes die Truppenspende an Joachim Mergen (Mitte).(Die Spende der SoldatInnen wird der Caritas-Ortsranderholung zugute kommen. Christine Lampert, Referentin des Caritasverbandes für die Diözese Speyer (2. von links) überbrachte Grüße vom Caritasvorsitzenden Karl-Ludwig Hundemer. Pastoralreferent Matthias Orth (links) leitete die Feier


 

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