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Stand: 14.06.2016

Pressemitteilung

Begleitung beim Trauerprozess erfahren

Trauertreff

Gemeinsam trauern, Menschen treffen, die ähnlich in ihrer Trauer gefangen sind und über einen Verstorbenen auch dann noch reden dürfen, wenn es sonst keiner mehr hören möchte. Aber auch lachen und nach vorne schauen. Dazu besteht Gelegenheit beim Trauertreff Germersheim, der seit Sommer vergangenen Jahres jeden ersten Mittwoch im Monat von 15 bis 17 Uhr in den Räumen des Caritas-Zentrums Germersheim stattfindet. Das nächste Treffen ist am Mittwoch, 1. Februar, 15 bis 17 Uhr.

Für Menschen, die einen lieben Angehörigen oder einen Freund verloren haben, gerät der Alltag oft aus den Fugen. Angst, Wut, Verzweiflung überwältigen sie und dennoch bleiben die meisten allein mit ihrem Leid. Der Tod ist in Deutschland kein Thema für die Öffentlichkeit. "Umso wichtiger ist es, einen Raum zu bieten, die Trauer zuzulassen und sie mit anderen Menschen zu teilen, Begleitung zu erfahren", sagte Joachim Mergen, Leiter des Caritas-Zentrums Germersheim, bei der Einweihung des Trauertreffs.

Zusammen mit sechs Ehrenamtlichen von der Hospizgruppe Germersheim kümmert sich Hospizfachkraft Christine Merkle um den Trauertreff. Sie begleitet seit neun Jahren Menschen am Lebensende und weiß um die Nöte der Angehörigen. Die monatlichen Treffen stehen jeweils unter einem bestimmten Thema, das den Trauertreff etwa sechs bis acht Monaten begleitet und  dann wechselt.

Die Treffen haben eine feste Struktur und gleichbleibende Rituale. Zu Beginn sitzen die Teilnehmer in der Runde zusammen und dürfen erzählen. In der Mitte liegen Tücher und Gegenstände zum Thema, Kerzen brennen. "Wenn man weint oder sehr traurig ist, fällt es oft einfacher, diese Mitte zu betrachten und nicht andere Menschen anzusehen", sagt Merkle. Ob sich die Teilnehmer an der Gesprächsrunde aktiv beteiligen oder einfach nur zuhören möchte, steht ihnen frei. Nach der Runde wird eine Geschichte vorgelesen und noch einmal miteinander gesprochen. Anschließend sind die Teilnehmer zur Begegnung und zum Gespräch untereinander bei einer Tasse Tee oder Kaffee eingeladen. Den Mitarbeitern ist es auch wichtig, dass niemand nach Hause geht, der weint oder dem es nicht gut geht, verspricht Christine Merkle.

Erfahrungsgemäß kommen Trauernde rund ein Jahr zu solchen Veranstaltungen, doch wer kürzer oder länger bleiben möchte, kann das gerne tun, denn jeder Mensch trauert schließlich anders, wissen die Mitarbeiter. Jeder Teilnehmer bestimmt selbst, was er bei seinem individuellen Trauerprozess braucht. Im Idealfall findet man neue Bekannte oder Freunde,  mit denen man gemeinsam etwas unternehmen kann.

Der Trauertreff ist für alle Trauernden offen, überkonfessionell und kostenlos. Eine vorherige Anmeldung ist sinnvoll, aber nicht zwingend nötig.

Info

Trauertreff, Mittwoch, 1. Februar, sowie immer monatlich  jeweils am ersten Mittwoch,   

Caritas-Zentrum Germersheim, 17er Straße 1, 76726 Germersheim; Anmeldung: Christine Merkle unter Telefon: 07274 / 703467

Text: Caritasverband für die Diözese Speyer /Foto: Fotolia

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